Muskel Stoffwechselorgan

Die Heilkraft der Muskeln

Die Heilkraft der Muskeln wurde bislang stark unterschätzt. Muskeln führen nicht nur Bewegungen aus, sondern stimulieren den Stoffwechsel in den Organen. Nach intensivem Training schütten sie Reparaturstoffe aus, die kleine Risse im Muskel heilen sollen. Einer der Stoffe heißt Myokin, „My“ von Muskel und „kin“ von Bewegung. Interessanterweise sind Myokine Tausendsassas unter den Stoffen der Immunreaktion. Sie hemmen Entzündungen im ganzen Körper. Sie sind sogar in der Lage Krebszellen zu verspeisen. Darüberhinaus optimieren sie den Fettstoffwechsel und machen weit verbreiteten Zivilisationserkrankungen wie Diabetes, Übergewicht und Adipositas das Leben schwer machen. Über eine komplexe Kette biochemischer Prozesse schützten sie den Körper vor weiteren Krankheiten wie: Depression und Angst, Alzheimer und Demenz, Krebs, Herzinfarkt und koronare Herzerkrankungen. In seinem neuen Muskel-Bestseller trägt Prof. Dr. Ingo Froböse Studienergebnisse zusammen, die dies belegen. Da die Muskeln 40 – 65 % unseres Körpergewichtes ausmachen, bezeichnet er sie als unser größtes Stoffwechselorgan und kürt sie als Gesundmacher.

Umso dramatischer ist die Tatsache, dass sich ein Drittel der Erwachsenen zu wenig bewegen. Dadurch entwickeln sie zu wenig Muskelmasse und können dem Alterungsprozess nicht entgegensetzen. Dieser bewirkt nämlich ab 30, dass die Muskelmasse jedes Jahr um ca. 1% sinkt. Bis zum Alter von 80 Jahren haben wir 30 – 50 % verloren. „Zum Glück ist der Muskelabbau im Alter kein unabwendbares Schicksal, dem wir hilflos ausgeliefert sind“, schreibt Froböse. Durch ein regelmäßiges Krafttraining zwischen 60 und 80 lässt sich der Zustand eines untrainierten 40 Jährigen erreichen. Selbst mit 80 kann man die Kraft auf 175 % steigern, wenn man 12 Wochen lang regelmäßig mit 80% Maximalkraft trainiert. Stattdessen hat Faulheit seinen Preis. Eine Studie aus China zeigt den Zusammenhang zwischen wenig Muskelmasse und frühem Tod. Gute Chancen gesund zu bleiben hat dagegen, wer bereits in seiner Kindheit viel Sport getrieben hat. Dann trägt man ein geringeres Risiko an einem metabolischen Syndrom (Diabetes Typ 2, Störung des Fettstoffwechsels, Adipositas und Bluthochdruck) zu erkranken oder eine Osteoporose zu entwickeln.

Wer ein langes Leben und dabei auch noch gesund bleiben möchte, muss regelmäßig trainieren. Das ist das Fazit aller Studienergebnisse. Wie Sie am besten trainieren, lesen Sie im nächsten Beitrag.

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